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Einheit 8 — Netzwerke, Subnetze und Firewalls

Was du nach dieser Einheit weißt: Du verstehst was ein Subnetz ist, wie Firewalls Datenverkehr kontrollieren und warum System A System B nicht erreichen kann obwohl beide im selben Unternehmen sind.


Was ist ein Subnetz?​

Ein Subnetz ist eine logische Unterteilung eines Netzwerks. Stell dir ein Bürogebäude vor: alle Mitarbeiter sind im selben Gebäude, aber jede Abteilung hat ihre eigene abschließbare Zone.

In der IT-Realität eines mittelgroßen Unternehmens gibt es typischerweise mehrere Subnetze:

Büro-Netzwerk:     192.168.1.0/24    (Mitarbeiter-PCs, Drucker)
Server-Netzwerk: 192.168.2.0/24 (ERP, Datenbankserver)
DMZ: 192.168.3.0/24 (Webserver, externe APIs)
Management: 192.168.4.0/24 (Netzwerk-Hardware, Switches)

Die /24 am Ende bedeutet: dieses Subnetz hat 254 mögliche Adressen (von .1 bis .254).

Warum Subnetze? Kontrolle und Sicherheit. Nicht jedes System soll mit jedem anderen sprechen können. Der Buchhaltungs-PC im Büronetzwerk braucht keinen direkten Zugriff auf den Datenbankserver.


Wie Firewalls den Verkehr kontrollieren​

Eine Firewall prüft jeden Netzwerkpaket an einem Netzwerkgrenzen und entscheidet ob er durchgelassen wird.

Die Entscheidung basiert auf Regeln:

ERLAUBT: Von Büronetzwerk (192.168.1.0/24) 
zu ERP-API (192.168.2.50, Port 443)
Protokoll: HTTPS

ERLAUBT: Von Server-Netzwerk (192.168.2.0/24)
zu Datenbank (192.168.2.100, Port 5432)
Protokoll: TCP

BLOCKIERT: Von Büronetzwerk (192.168.1.0/24)
zu Datenbank (192.168.2.100, Port 5432)
→ Mitarbeiter-PCs dürfen nicht direkt auf die DB

BLOCKIERT: Alles andere (Implicit Deny)

Der letzte Punkt ist entscheidend: Was nicht explizit erlaubt ist, ist verboten — das "Implicit Deny"-Prinzip. Eine neue Verbindung zwischen zwei Systemen klappt standardmäßig nicht. Jemand muss aktiv eine Regel erstellen.


Warum dieselbe API aus verschiedenen Netzwerken unterschiedlich erreichbar ist​

Konkret: 42°OS läuft auf einem Cloud-Server (öffentliche IP: 185.42.11.93). Das ERP des Kunden läuft On-Premises im Server-Netzwerk (192.168.2.50).

42°OS Cloud-Server
│
│ HTTP-Anfrage an 192.168.2.50
│
Internet
│
Kunden-Firewall (externe)
│
├── Regel: Eingehend von 185.42.11.93, Port 443 → ERLAUBT?
│ (nur wenn explizit freigegeben)
│
Kunden-Netzwerk
│
Interne Firewall
│
└── ERP-Server 192.168.2.50

Damit 42°OS den ERP-Server erreichen kann, muss die externe Firewall des Kunden eine Regel haben die eingehende Verbindungen von der IP 185.42.11.93 zum Port des ERP erlaubt. Ohne diese Regel: Verbindung schlägt fehl.

Fehlerbild: Connection timed out oder Connection refused — die Verbindung kommt nie beim Server an.

Lösung: Kunden-IT muss explizit die IP-Adresse des 42°OS-Servers in der Firewall freigeben.


Firewalls zwischen Subnetzen (interne Firewall)​

Nicht nur nach außen gibt es Firewalls — auch zwischen internen Subnetzen:

Büronetzwerk (192.168.1.x)
│
├── PC von Jonas (192.168.1.42)
│ ↓ Verbindung zu ERP
│
[Interne Firewall]
│ ERLAUBT: Port 443 (HTTPS) → OK
│ BLOCKIERT: Port 5432 (PostgreSQL direkt) → Nein
│
Server-Netzwerk (192.168.2.x)
├── ERP-Server (192.168.2.50)
└── Datenbank (192.168.2.100)

Jonas kann die ERP-Oberfläche öffnen (Port 443 erlaubt). Er kann nicht direkt auf die Datenbank zugreifen (Port 5432 blockiert). Das ist Absicht.

Relevanz für 42°OS: Wenn 42°OS in einem bestimmten Subnetz läuft, gelten für es genau die Firewall-Regeln dieses Subnetzes — nicht die Regeln des Büronetzwerks.


Weiter: Einheit 9 — VPN und seine Tücken